TWIST – Kunst trotz Krieg (26.06.2022)

Das litauische Kaunas stellt sich im Kulturhauptstadtjahr seiner Geschichte und wird dabei vom Krieg in der Ukraine eingeholt. Warum das so ist und wie Kulturschaffende mit Kreativität und Widerstandskraft darauf reagieren, darum geht es in „Twist“ mit Bianca Hauda.

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine weckt in der ehemaligen Sowjetrepublik Litauen traumatische Erinnerungen. Die diesjährige europäische Kulturhauptstadt Kaunas stellt sich ihrer komplexen und widersprüchlichen Geschichte und wird dabei von den aktuellen Ereignissen in der Ukraine eingeholt. Wie die Kultur Amnesie und Krieg trotzt, wie sie Identität und Kampfgeist stärkt und Solidarität mit der Ukraine zeigt, darüber spricht Bianca Hauda unter anderem mit der Kuratorin von „Memory Office Daiva Price“, der litauischen Künstlerin Aiste Ramunaite, die mit ihren Fabelwesen gegen die Dämonen der Vergangenheit und der Gegenwart zu Felde zieht und mit der nach Kaunas geflüchteten ukrainischen Sängerin Kateryna Statynska.

In der Ausstellung „That What We Do Not Remember“ will der südafrikanische Künstler William Kentridge, dessen jüdische Vorfahren aus Kaunas stammen, die Lücken im menschlichen Gedächtnis füllen. Wie das historisch schwer belastete Fort IX, das im zweiten Weltkrieg zum Ort des größten Massenmords in Litauen wurde, zu einem Ort der Heilung werden kann, das zeigen der in Paris lebende britische Künstler Bruce Clarke und der in Amsterdam arbeitende südafrikanische Choreograf Tebby W.T.Ramasike in ihrem Projekt „Ecce Homo“.

Eine vom litauischen Pressefotografen Jonas Staselis initiierte Open-Air-Galerie mit großformatigen Fotos namhafter ukrainischer Kriegsfotografen auf dem Bahnhof in Vilnius konfrontiert russische Transitreisende zwischen Moskau und Kaliningrad mit der Wahrheit von Putins Krieg. Auch Fotograf Maxim Dondyk setzt seine Kamera gegen die Kreml-Propaganda ein und führt den russischen Passagieren das Leid der Zivilbevölkerung vor Augen. Der Russenzug übrigens fährt die Strecke Moskau-Kaliningrad täglich hin und zurück durch ganz Litauen und passiert auch Kaunas.

Redaktion: Susanne Kampmann
Head-Autorin: Claudia Kuhland

Verfügbar ab dem 24.06.2022 bis zum 25.06.2023 in der Arte-Mediathek.


 

TWIST – Wege: Vom Aufbrechen, Unterwegssein und Ankommen (12.06.2022)

Gehen, wandern, spazieren, schlendern, flanieren: Es gibt viele Möglichkeiten, sich auf den Weg zu machen. Es gibt Fluchtwege, Leidenswege, Lebenswege, Umwege, Auswege, Abwege. Und es gibt Wanderrouten, die uns von einem Kunstwerk zum anderen führen, wie der WaldSkulpturenweg Wittgenstein-Sauerland, den die Sendung vorstellen will.

„Twist“-Moderatorin Romy Straßenburg trifft auf dem „WaldSkulpturenweg Wittgenstein-Sauerland“ Wolfgang Völker von der Wittgensteiner Akademie, der den 20 Kilometer langen Weg und seine Werke pflegt und in Schuss hält. Eine entspannende Art, Kunst zu erleben.

Aber es gibt auch beschwerliche Wege wie Fluchtwege. Die Journalistin und Autorin Christiane Hoffmann ist den ihres Vaters nachgegangen, der als Neunjähriger im Januar 1945 mit seiner Familie zu Fuß aus dem damaligen Schlesien fliehen musste. Sie hat darüber ein sehr persönliches Buch geschrieben, das sich mit kollektiven Fluchterfahrungen und Heimatverlust beschäftigt.
Das bewegt auch die in Italien aufgewachsene Binta Diaw. Die Künstlerin mit senegalesischen Wurzeln, gerade auf der frisch eröffneten Berlin Biennale zu sehen, beschäftigt sich mit Fluchtwegen, die in Haare von Sklaven eingeflochten wurden.

Kubra Kahademi beschritt 2015 mit ihrer Performance in Kabuls Straßen einen Weg der Provokation. Die afghanische Künstlerin hatte sich eine Art weibliche Ritterrüstung gebaut und spazierte damit auf den Straßen. Schnell wurde sie von tausenden Männern umringt, beschimpft und belästigt. Danach ging sie ins Exil nach Paris.

Wir flanieren mit dem Autor, Komponisten und Schriftsteller Fabian Saul durch Berlin. Er ist Chefredakteur des Magazins „Flaneur“. Das Heft widmet sich in jeder Ausgabe einer anderen Straße, so auch dem vierspurigen Boulevard Périphérique in Paris. Den passenden Gehstock zum Flanieren bekommt man dort übrigens in einem  Laden, der noch Spazierstöcke herstellt.

Redaktion: Barbara Brückner
Head-Autorin: Katja Lüber

Verfügbar ab dem 10.06.2022 bis zum 11.06.2023 in der Arte-Mediathek.


 

TWIST – Biennale Venedig 2022 (22.05.2022)

Nach einem Jahr Coronapause hat die 59. Kunstbiennale Ende April in Venedig begonnen, zum ersten Mal kuratiert von einer Italienerin: Cecilia Alemani. „Twist“-Moderatorin Bianca Hauda hat sich vor Ort in den Giardini und dem Arsenale umgesehen, viele interessante Länderpavillons besucht und mit spannenden Künstler:innen gesprochen.

Die Biennale in Venedig gilt neben der documenta 15, die im Juni startet, als die bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Endlich gibt es wieder die Möglichkeit gemeinsam Kunst zu erleben. 80 Länder zeigen in ihren Pavillons in den Giardini, aber auch in dem alten Hafenareal Arsenale und in der gesamten Stadt, ihre Kunst.

„Twist“ gibt einen Überblick über die interessantesten Pavillons, natürlich stehen dabei der Deutsche und der Französische vorne an. Wir treffen den Künstler und Krach-Musiker Marco Fusinato, der mit seiner Arbeit „Desastres“ den Australischen Pavillon bespielt und die gesamten 200 Tage vor Ort sein wird. Ein Highlight in diesem Jahr: der Griechische Pavillon gestaltet von Loukia Alavanou. Wir haben die Multimedia-Künstlerin in Athen besucht und sie in eines der ärmsten Stadtviertel zu den Protagonist:innen ihres VR-Films „Oedipus In Search Of Colonus“ begleitet. Die Hauptausstellung im Arsenale zeigt zu fast 90 Prozent Kunst von Frauen, darunter auch Saodat Ismailova aus Usbekistan. Die Künstlerin lebt in Paris, wo wir sie getroffen haben. Derzeit stellt sie auch im Centre Pompidou aus und ist außerdem auch auf der documenta 15 zu sehen.

Redaktion: Regina Rohde
Head-Autorin: Cordula Echterhoff

Verfügbar ab dem 20.05.2022 bis zum 20.06.2023 in der Arte-Mediathek.


 

TWIST – Luft in der Kunst (24.04.2022)

Luft ist unsichtbar, nicht greifbar, sehr fluide und dennoch lebensnotwendig. Nicht erst seit der Corona-Pandemie stehen die Luft und unser Atmen ständig im Fokus. Jetzt beschäftigt sich eine Ausstellung im Kunst Haus Wien/Museum Hundertwasser mit dem Thema: „Wenn der Wind weht“. Luft, Wind und Atem in der zeitgenössischen Kunst.

„TWIST“ nimmt die Zuschauer und Zuschauerinnen mit nach Wien, der Stadt, wo ständig eine leichte Brise weht und die Luft noch halbwegs smogfrei ist. Das Kunst Haus widmet dem Element eine eigene Ausstellung: 22 künstlerische Positionen thematisieren die lebensenergetische Bedeutung des Gasgemisches sowie die Gefahr durch die Luftverschmutzung, Klimawandel und Stürme. „TWIST“ trifft dort die Kuratorin Verena Kaspar-Eisert und besucht den Wiener Künstler Werner Reiterer in seinem Atelier.

Zeitgleich zu Wien zeigt auch das Bonner Kunstmuseum eine Ausstellung zum Thema Luft: „Welt in der Schwebe“, Luft als künstlerisches Material. „TWIST“ trifft den britischen Künstler Michael Pinsky, der durch seine „Pollution Pods“ führt und die Luftverschmutzung in fünf Großstädten dort nacherlebbar macht.

Außerdem stellt „TWIST“ den Trapezkünstler Moritz Haase vor, der seine Leidenschaft Tanz mit dem Fliegen verbindet. „TWIST“ besucht ihn bei den Proben in Mailand, wo er in sieben Meter Höhe durch die Luft fliegt. Außerdem trifft „TWIST“ die Multi-Instrumentalistin Marine Thibault, die gerne unter freiem Himmel Musik macht, zum Beispiel auf dem Leuchtturm am Cap Ferret.

Redaktion: Regina Rohde
Head-Autor: Eric Brinkmann

Verfügbar ab dem 22.04.2022 bis zum 23.04.2023 in der Arte-Mediathek.


 

TWIST – Kulturhauptstadt 2022 Esch-sur-Alzette (13.03.2022)

Die luxemburgisch-französische Grenzregion rund um Esch ist eine der drei Kulturhauptstädte 2022. Jetzt wird sie mit Musik, Ausstellungen, Tänzen eröffnet. Unter dem Titel „Remix Culture“ geht es in Esch und den 18 Nachbargemeinden um den Wandel der Region, die geprägt ist von der Schwerindustrie.

Neben Kaunas in Litauen und Novi Sad in Serbien trägt auch Esch den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2022. Die drei Städte sind jeweils die zweitgrößten ihres Landes: Esch hat gerade mal 36.000 Einwohner, doch gemeinsam mit den angrenzenden Gemeinden leben dort 200.000 Bewohner. Im Zentrum steht die Zusammenarbeit: zwischen Kulturen, zwischen Regionen, zwischen Bevölkerungsgruppen und Generationen. Das Motto lautet: Remix Culture!

Früher prägten Erzbergbau, Eisenhütten und Walzwerke die Gegend, jetzt befindet sich Esch im Wandel, zu einem Ort des Wissens, der Technologie und der Kreativität. Ehemalige Industriebauten wie die Möllerei in Esch-Belval, in der früher Rohstoffe gelagert wurden, werden zu avantgardistischen Ausstellungshallen. Hier präsentiert das ZKM Karlsruhe die Ausstellung „Hacking Identity – Dancing Diversity“. „Wir geben der Stadt und der Region eine neue Identität“, meint auch die Generaldirektorin von Esch 2022 Nancy Braun.

Ein 90 km langer Wanderweg verbindet die Region und führt durch ein Biosphärenreservat. Dort können Wanderer in künstlerisch gestalteten Kabäuschen übernachten. TWIST besucht auch das neue Kulturzentrum L’Arche auf der französischen Seite in Villerupt. Außerdem stellen wir Künstler:innen vor, die im  Laufe des Jahres ihre Arbeiten in Esch präsentieren:  die Multimedia-Künstlerin Cecilia Bengolea, den Multimediakünstler Émile V. Schlesser und die Fotografin Isabela Pacini.

Redaktion: Regina Rohde
Head-Autorin: Katja Lüber

Verfügbar ab dem 11.03.2022 bis zum 12.03.2023 in der Arte-Mediathek.

 


TWIST – Mauern. Zäune. Stacheldraht. Die Grenze ist zurück! (20.02.2022)

Mauern als Bollwerke der Trennung sollten nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs 1989 der Vergangenheit angehören. Warum sich aber die Welt im 21. Jahrhundert wieder einmauert, was das bedeutet und wie Kulturschaffende darauf reagieren – diesen Fragen spürt Bianca Hauda in Berlin nach.

Die Welt mauert sich ein. Überall entstehen neue Grenzen, Zäune, Mauern. Sie schaffen meist Konflikte, selten Frieden. Sie prägen unsere Identität, sortieren aus und schotten ab. Dabei sollten Mauern als Bollwerke der Trennung nach dem Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs eigentlich der Vergangenheit angehören.

Doch die Idee von der Auflösung der Grenzen in Zeiten der Globalisierung sieht der Berliner Soziologe Steffen Mau als optische Täuschung. Vielmehr sind für ihn Grenzen integraler Bestandteil der Globalisierung, die die Ungleichheit zwischen reich und arm verschärfen, Menschen nach Nutzen und vermeintlichem Risiko sortieren.  Gerade ist sein Buch „Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21.Jahrhundert“ erschienen.

Als Student hat der heute vielfach preisgekrönte Fotograf Kai Wiedenhöfer die Berliner Mauer fotografiert. Seither hat er viele Mauern innerhalb und außerhalb Europas dokumentiert. Bei seinen Reisen hat er beobachtet, wie Mauern Konflikte zementieren und eine Illusion von Sicherheit vortäuschen. Demnächst erscheint sein aktueller Fotoband „Wall and Peace“ über Mauer- und Sperranlagen in Israel.

Mit dem Ende der Sowjetunion sind neue Nationen entstanden, die bis heute um ihre Identität ringen. Die in Kasachstan geborene und in Berlin lebende Künstlerin Gulnur Mukzhanova setzt sich in ihren Filzarbeiten mit dem einst nomadischen Erbe ihres Landes auseinander, das keine Grenzen kannte und heute von einer kleptokratischen Elite von Russlands Gnaden regiert wird, die die Proteste der Bevölkerung brutal niederschlägt.

Als die Berliner Mauer fällt und im albanischen Tirana die Statue von Diktator Enver Hoxha vom Sockel stürzt, ist Lea Ypi 10. Über ihre glückliche Kindheit in dem nach außen völlig abgeriegelten Land und darüber, was Freiheit bedeutet hat die heute an der Londoner School of Economics lehrende Politikwissenschaftlerin und Autorin ein Buch geschrieben: „Frei. Erwachsenwerden am Ende der Geschichte“.

Mit Grenzen, Migration und Identität beschäftigt sich die 1978 geborene und zwischen Tunis, Kiew, Dubai und Paris aufgewachsene und in Berlin lebende ukrainisch-tunesische Konzeptkünstlerin Nadia Kaabi-Linke. Jüngst wurde sie mit dem wichtigsten Kunstpreis der arabischen Welt auf der „Diriyah Contemporary Art Biennale“ in Riad ausgezeichnet. Gerade bereitet sie eine Ausstellung in Kiew vor: Es geht auch um das Auslöschen ukrainischer Identität während der Sowjetzeit und wie sich Verletzungen bis in die Gegenwart fortschreiben.

Redaktion: Susanne Kampmann
Head-Autorin: Claudia Kuhland

Verfügbar ab dem 20.02.2022 bis zum 19.02.2023 in der Arte-Mediathek.


 

TWIST – Arm und reich: Die gespaltene Gesellschaft (30.01.2022)

Die Kluft zwischen reich und arm wächst. In Deutschland, Frankreich und in der Welt. Die Corona-Pandemie hat das noch verschärft, denn sie hat die ärmeren Menschen am stärksten getroffen. Reiche hätten sich dagegen kaum einschränken müssen. „Twist“ stellt interessante Projekte und Aktionen vor, die diese Ungerechtigkeit thematisieren.

„TWIST“-Moderatorin Romy Straßenburg trifft den Theaterregisseur Volker Lösch, den die soziale Ungleichheit der Gesellschaft seit Jahren umtreibt. Gerade inszeniert er im Essener Grillo-Theater das Stück „Aufruhr“. Der Essener Norden soll für ein Zukunftsviertel abgerissen werden, der Ausverkauf der Stadt droht. Dagegen revoltieren die Bürgerinnen und Bürger. Außerdem trifft Romy in Mülheim an der Ruhr Wilma Renfort, Dramaturgin des Impulse Festivals, die vergangenes Jahr die Kampagne „Die große Schere“ gestartet hat, ein Symbol für die Spaltung in Arme und Reiche.
Der französische Tänzer Grichka Caruge ist mehrfacher Weltmeister im „Krump“, einem Tanz, der auf den Straßen von Los Angeles entstanden ist als getanzter Widerstand gegen Ungleichheit und Ausgrenzung.

Das Ehepaar Gerisch in Neumünster hat mit seinem Vermögen vor 20 Jahren eine Stiftung gegründet und einen sagenhaft schönen Skulpturenpark für die Allgemeinheit geschaffen.
Der Berliner Künstler Jens Ulrich hat das Buch „Bilder ohne Geld“ herausgebracht. Seine Fotos und Collagen aus dem Buch können von allen gescannt und vielfältig genutzt werden. Für den spanischen Videokünstler Santiago Sierra zerstört der Kapitalismus Leben. Das macht er mit drastischen Aktionen klar. Seine Kunst ist eine einzige Kampfansage!

Redaktion: Barbara Brückner
Head-Autorin: Cordula Echterhoff

Verfügbar ab dem 28.01.2022 bis zum 29.04.2022 in der Arte-Mediathek.


 

TWIST – Memento Mori: Leben, Tod und Trauer (28.11.2021)

Wie geht Loslassen, Abschiednehmen? Und wie umgehen mit Verlust und Trauer? Romy Straßenburg spürt diesen Fragen auf dem Wiener Zentralfriedhof nach und trifft Kulturschaffende, die sich auf ihre Weise mit dem Tod auseinandersetzen: kreativ, humorvoll und überhaupt nicht trostlos.
Im Monat November gedenken wir mit zahlreichen Feiertagen unserer Verstorbenen. Dass unser Leben ein vorübergehender Zustand ist, wissen wir alle. Doch wie umgehen mit Tod, mit Verlust und Trauer? Wie geht Loslassen, Abschiednehmen.

Auf dem Wiener Zentralfriedhof, dem zweitgrößten Friedhof Europas spürt Romy Straßenburg diesen Fragen nach und spricht mit Kulturschaffenden, die sich auf ihre Weise mit Tod und Vergänglichkeit  auseinandersetzen, etwa dem Puppenspieler, Regisseur und Kunstpfeifer Nikolaus Habjan, der aktuell mit Liedern Georg Kreislers tourt, dem Dramatiker und Schriftsteller Ferdinand Schmalz, der sich in seinem Kriminalroman „Mein LIeblingstier heißt Winter“ mit den existentiellen Fragen des Sterbens auseinandersetzt und der Wiener Kultband „Vienna Rest in Peace“, die mit ihren schräg- humorigen Liedern gleich ganz Wien zu Grabe trägt.

Außerdem spricht „Twist“ in Paris mit Sarah Biasini über Trauer und Erinnerung an ihre Mutter Romy Schneider und in Lagos mit der nigerianischen Schriftstellerin und Feministin Chimamanda Ngozi Adichie über den Abschied von ihrem Vater und das Schreiben für die Toten. In Zürich lässt der preisgekrönte Schweizer Choreograf, Pantomime und Bühnenkünstler Martin Zimmermann als „Mr.Skeleton“ den Tod ins Leben und ist derzeit mit seinem Stück „Danse Macabre“ in Europa unterwegs. Und wie die 2016 verstorbene Musik-Legende David Bowie in den Träumen seiner Fans unsterblich wird, das finden die Psychoanalytiker auf Instagram heraus.

Redaktion: Susanne Kampmann
Head-Autorin: Cordula Echterhoff

Verfügbar ab dem 26.11.2021 bis zum 25.02.2022 in der Arte-Mediathek.


 

TWIST – Go Green: Kultur und Klima (07.11.2021)

Wie reagieren Kulturschaffende und Kulturinstitutionen auf die ökologischen Herausforderungen der Gegenwart, was tun sie, um „grüner“ zu werden? Dieser Frage geht Romy Straßenburg in Dresden nach, das etwa mit dem Pilotprojekt „Culture for Future“ mobil macht in Sachen Nachhaltigkeit.

Mit Kultur in eine klimaneutrale Zukunft? Ob in Ausstellungen, im Film oder auf der Theaterbühne: Die Klimakrise und ihre Folgen sind dort großes Thema. Doch wie reagieren Kulturschaffende und Kulturinstitutionen selbst auf die ökologischen Herausforderungen der Gegenwart? Was tun sie, um ihre ökologischen Fußabdrücke zu verkleinern und „grüner“ zu werden? Dresden macht mit dem Pilotprojekt „Culture for Future“ in Sachen Nachhaltigkeit mobil. Romy Straßenburg geht den Fragen vor Ort nach und spricht unter anderem mit Juliane Moschell vom Aktionsnetzwerk „Nachhaltigkeit in Kultur und Medien“ und mit Thomas Geisler, dem Sprecher der AG „Nachhaltigkeit der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden“.

Außerdem besucht „TWIST“ den niederländischen Öko-Künstler Thijs Biersteker, dessen Installationen das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft im Umgang mit der Natur ausloten. Immer schon hat sich der Berliner Künstler Julius von Bismarck mit dem Problem der Naturgewalten und dem Menschen als Verursacher beschäftigt. In seiner aktuellen, in Zusammenarbeit mit der Architektin Marta Dyachenko entstandenen Arbeit „Neustadt“, problematisiert er den grassierenden Abriss von Betongebäuden und plädiert für nachhaltige Baupolitik. Extremwetterlagen als Folge der Klimakrise, was sie für den Menschen bedeuten und welche Lösungsversuche es gibt – damit beschäftigt sich Fotograf Kadir van Lohuizen. Und wie echt ist eigentlich das Engagement von Hollywoodstar Gwyneth Paltrow für Klimaschutz und gesunde Ernährung? Ein Fall für die Insta-Psychocouch.

Redaktion: Susanne Kampmann
Head-Autorin: Claudia Kuhland

Verfügbar ab dem 05.11.2021 bis zum 04.02.2022 in der Arte-Mediathek.



TWIST – Verrückt nach Mode! Fashion im Wandel (10.10.2021)

Mode befindet sich durch die Auswirkungen der Globalisierung auf die Produktion, die Verbreitung und den Konsum in einer Übergangsphase. Gleichzeitig reflektiert die Mode gesellschaftliche Ereignisse wie Terroranschläge oder die Flüchtlingskrise. Wie sich das in der heutigen Mode widerspiegelt, das zeigt „Twist“ aus Antwerpen.

Das Modemuseum in Antwerpen widmet sich diesem Veränderungsprozess mit der Ausstellung: E/MOTION. Fashion in Transition. Antwerpen galt seit den späten 90er Jahren als die heimliche Modemetropole mit den Antwerp Six: berühmten Designerinnen und Designern wie Dries Van Noten, Walter Van Beirendonck oder Ann Demeulenmeester.

„Twist“ besucht den Allroundkünstler Baloji, der im Kongo geboren wurde und als Kind nach Belgien kam. Berühmt wurde er als Rapper und seit einigen Jahren entwickelt er einen eigenen Kosmos aus Kunst, Mode, Musik und Film. „Twist“ stellt den israelischen Künstler Gili Avissar vor, dessen Kleidung erst durch Bewegung lebt. Und die französische Schriftstellerin Pascale Hugues, die mit dem Buch Mädchenschule das Porträt einer Frauengeneration zeichnet. 1968 schreiben in Straßburg zwölf Mädchen in ihr Poesiealbum: von zarten Blümchen, sittsam, bescheiden und rein. Was aus ihnen geworden ist, erzählt sie in „Twist“.

Grayson Perry, der britische Turner-Preisträger, Künstler, Autor und Fernsehmoderator hat sich das weibliche Alter Ego „Claire“ geschaffen und tritt in altmodischen Frauenkleidern auf. Ein Fall für das „Twist“- Psychogramm auf Instagram.

Redaktion: Regina Rohde
Head-Autorin: Katja Lüber

Verfügbar ab dem 08.10.2021 bis zum 07.01.2022 in der Arte-Mediathek.


 

TWIST – Ruf der Berge – Von Zauber und Bedrohung (19.09.2021)

Sie faszinieren uns, lassen uns klein erscheinen, wirken wie Tempel der Götter und schüchtern uns mit ihrer Größe und Masse ein: die Berge. Immer mehr Menschen zieht es in die Berge, auch Künstler:innen und Architekt:innen, doch tut der vermehrte Tourismus der Natur wirklich gut? Wie wirkt sich die zunehmende Klimaerwärmung auf die Bedingungen am Berg aus?

„TWIST“-Moderatorin Bianca Hauda trifft im Messner Mountain Museum Firmian bei Bozen einen der berühmtesten Bergsteiger: den Südtiroler Reinhold Messner. Vierzehn Achttausender hat er bestiegen und unsere Sehnsucht nach der Vollkommenheit der Berge geweckt. Dieser Verantwortung ist er sich bewusst, hat sechs Museen gegründet, die sich der Auseinandersetzung ‚Mensch – Berg‘ widmen in all seinen Facetten. Natur- und Umweltschutz zur Bewahrung der Bergwildnis hat sich Messner zur Aufgabe gemacht. Bianca begegnet dem Musiker und Sänger Max von Milland. Er ist Botschafter seiner Südtiroler Heimatstadt Brixen. Seine Songs im Südtiroler Dialekt setzen sich schnörkellos und authentisch mit seiner Heimat auseinander.

Die französische Foto-Künstlerin Noémie Goudal bewegen die klimatischen Veränderungen der Natur. So bereiste sie einen schrumpfenden Gletscher in den Schweizer Alpen und produzierte und fotografierte für ihr Projekt „Pressure“ eine Installation der sich wandelnden Landschaft. Im Psychogram auf Instagram geht es um die Alphornvirtuosin Eliana Burki.

International hat sich die Vorarlberger Holzbauarchitektur einen Namen gemacht. Die beiden Architekten Markus Innauer und Sven Matt aus dem Bregenzerwald stehen für dieses innovative und doch an die Region angepasste Bauen in den Bergen, das auch durch den Klimawandel immer wieder neu gedacht wird.

Redaktion: Barbara Brückner
Head-Autorin: Claudia Kuhland

Verfügbar ab dem 17.09.2021 bis zum 17.12.2021 in der Arte-Mediathek.


 

TWIST – Smell it! Geruch in der Kunst (20.06.2021)

Er ist der ursprünglichste der fünf Sinne und wirkt ungefiltert auf das Gehirn: Der Geruchssinn. Er löst Emotionen und Erinnerungen aus, gleich ob Duft oder Gestank.

Bremer Museen widmen sich jetzt dem Geruch in der Kunst „Smell it!“. „Twist“ schnuppert tief mit rein in die Highlights.

Smell it“ Geruch in der Kunst

Unser Geruchssinn spielt eine entscheidende Rolle. Das wird uns besonders bewusst seit wir pandemiebedingt eine Maske tragen und Sorge haben vor unsichtbaren Aerosolen.
Wenn wir etwas riechen passiert viel: Wir erinnern uns an Dinge, werden überwältig von Gefühlen oder assoziierten Bildern.

Redaktion: Regina Rohde
Head-Autor: Eric Brinkmann

Verfügbar ab dem 18.06.2021 bis zum 18.09.2021 in der Arte-Mediathek.

 

TWIST – Unser koloniales Erbe (16.05.2021) 

1884 teilten die europäischen Großmächte auf der „Berliner Konferenz“ Afrika unter sich auf. Die Spuren der Kolonialzeit reichen bis in unsere Gegenwart, und die Wunden von damals tun bis heute weh. In „Twist“ setzen sich Kulturschaffende in Europa und Afrika mit dem heiklen Erbe und dem Trauma der Vergangenheit auseinander.

1884 steckten die europäischen Großmächte auf der „Berliner Konferenz“ ihre territorialen Besitzansprüche in Afrika ab. Bis in die Gegenwart ist das Verhältnis Europas zu Afrika von der kolonialen Vergangenheit geprägt. Wie gehen wir heute mit unserem kolonialen Erbe um, mit verdrängter Geschichte, umkämpften Erinnerungen, mit kolonialer Raubkunst und Restitution? Wie lassen sich Wunden heilen?

Mit Kulturschaffenden in Europa und Afrika begibt sich „Twist“ auf Spurensuche. Die beginnt im Berliner Humboldt-Forum, das in der Debatte um die Rückgabe der Benin-Bronzen an Nigeria immer wieder im Fokus stand. Als wichtige Wegmarke der Versöhnung soll die Rückgabeforderung nun umgesetzt werden. Wie lange Afrika um seine Kunst kämpfte und immer wieder verlor, darüber hat die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy ein erhellendes Buch geschrieben. Einen Fahrplan für die Aussöhnung Frankreichs mit Algerien hat gerade der renommierte französische Historiker Benjamin Stora im Auftrag von Präsident Macron vorgelegt. Um die Nachwehen deutscher Kolonialgeschichte im westafrikanischen Togo, um verlogenen Freundschaftseuphemismus und Amigo-Geschäfte des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß geht es in der theatralen Zeitreise „Wir Schwarzen müssen zusammenhalten. Eine Erwiderung“ der Münchner Kammerspiele. Kolonialen Spuren spürt die in Gabun geborene Künstlerin Nathalie Mba Anguezomo Bikoro auf dem Trümmerberg Marienhöhe nach, der Frage nach Macht und Deutungshoheit stellt sich Filmemacher Lemohang Jeremiah Mosese aus Lesotho und wie mit Kunst Geschichte neu geschrieben werden kann, erklärt Nana Oforiatta Ayim. Sie berät den ghanaischen Kulturminister in Restitutionsfragen. Gerade ist ihr autobiografischer Roman „Wir Gotteskinder“ erschienen. Auf der Instagram-Psychocouch: Burna Boy, der derzeit gefeiertste Afrobeater der Welt.

Redaktion: Susanne Kampmann
Head-Autorin: Cordula Echterhoff

Verfügbar ab dem 16.05.2021 bis zum 13.08.2021 in der Arte Mediathek.



TWIST – Die Sehnsucht in uns! (25.04.2021)
 

Sehnsucht nach Nähe, Sehnsucht nach Reisen, nach Theater- und Museumsbesuchen. Die Liste unserer Sehnsüchte ist in Corona-Zeiten lang geworden. Das „innige schmerzliche Verlangen“ ist seit jeher Triebfeder für künstlerisches Schaffen. „Twist“ startet den Sehnsuchts-Trip im Kunstpalast in Düsseldorf, wo gerade Bilder des Romantikers Caspar David Friedrich ausgestellt sind. Sehnsucht, dieses „innige schmerzliche Verlangen“ ist seit jeher Triebfeder für künstlerisches Schaffen. Dies ist das Motto in „TWIST“ für einen halbstündigen Sehnsuchts-Trip.

Es geht los im Düsseldorfer Kunstpalast, wo gerade die Ausstellung „Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker“ läuft. Friedrichs Bilder verkörpern die Sehnsucht eines vom Schicksal gezeichneten Menschen nach der heilen Welt. Die Bilder und Performances der Künstlerin Sophia Süßmilch sind inspiriert von ihrer Sehnsucht nach der glücklichen Kindheit. „TWIST“ trifft sie in ihrem Berliner Atelier.

Außerdem spricht „TWIST“ mit dem Autor und Jesuiten Michael Bordt über die Sehnsucht nach Spiritualität, Transzendenz und Selbsterfahrung. Und darüber, was die aktuelle Krise mit einem jeden macht.
Die georgische Dokumentarfilmerin Salomé Jashi stellt in ihrem Werk „Taming the garden“ einen georgischen Milliardär vor, der sich sein persönliches Paradies auf Erden schafft, indem er Jahrhunderte alte Bäume ausgraben lässt, um sie auf seinem eigenen Grundstück wieder einzupflanzen.
Der Autor Marco Maurer hat kurzerhand sein Museum der Sehnsucht in Hamburg eröffnet, wo er sein Buch „Meine italienische Reise“, die Fotos von Daniel Etter und persönliche Erinnerungsstücke dieser Reise präsentiert.
Der Fotograf Marvin Bonheur alias Monsieur Bonheur konfrontiert die Zuschauer mit seiner Heimat, der Banlieue Seine-Saint-Denis, einer der einwohnerstärksten Pariser Vorstädte mit riesigen Hochhäusern und gewaltigen sozialen Konflikten.

Redaktion: Barbara Brückner
Head-Autorin: Katja Lüber

Verfügbar ab dem 23.05.2021 bis zum 23.07.2021 in der Arte-Mediathek.

 

TWIST – Beuys 2021. Utopie reloaded (06.04.2021)

Er war Künstler, Performer, Lehrer und Aktivist. Heute gilt er als einer der bedeutendsten deutschen Künstler: Joseph Beuys. Er hat die Gesellschaft hinterfragt und Zukunftsutopien geschaffen. Dieses Jahr hätte er 100. Geburtstag. Das Jubiläumsprogramm „Beuys2021“ fragt, wie aktuell seine Ideen heute sind.

Er war Künstler, Performer, Lehrer, Aktivist, hat sich in Szene gesetzt und provoziert. Heute gilt er als einer der bedeutendsten deutschen Künstler: Joseph Beuys. Dieses Jahr hätte er 100. Geburtstag. Das Jubiläumsprogramm Beuys2021 fragt, wie aktuell seine Ideen heute sind.

Düsseldorf ist der Ausgangspunkt. Hier hat Beuys gelebt, an der Kunstakademie studiert und selbst gelehrt: Von hier aus startet „TWIST“, begibt sich auf die Spuren von Beuys, denkt mit ihm und anderen Künstler*innen die Zukunft neu. Moderatorin Bianca Hauda trifft die künstlerischen Leiter von Beuys 2021, Catherine Nichols und Eugen Blume, in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 in Düsseldorf. Und trinkt ein Alt-Bier mit Johannes Stüttgen, einem ehemaligen Beuys Studenten in der legendären Kneipe „Ohme Jupp“. Außerdem trifft „TWIST“ Künstler*innen, die in ihren Arbeiten Bezug auf Joseph Beuys nehmen, den Tänzer und Aktivisten Raphael Hillebrand, die Künstlerin Zuzanna Czebatul und den Regisseur und Autor Andres Veiel.

Redaktion: Regina Rohde
Head-Autorin: Cordula Echterhoff

Verfügbar ab dem 02.04.2021 bis 02.07.2021 in der ARTE Mediathek.


 

TWIST – Von home bis office: Wohnen und Arbeiten 2021+ (07.03.2021)

Alles ist anders, seit sich in Zeiten der Pandemie unser kompletter Alltag in unseren vier Wänden abspielt und das Wohnzimmer zum Homeoffice wurde.  Home sweet Home, das war einmal. Die Zeit ist reif für neue Wohn-und Arbeitskonzepte.  Künstler*innen, Designer*innen und Architekt*innen sind mit innovativen Ideen längst am Start, nicht erst seit der Krise.

Ob in der Stadt oder auf dem Land, ob tiny, smart, flexy oder hybrid, nachhaltig oder funktional: „Twist“ ist Visionären, Pionieren und Trendsettern des neuen Wohnens und Arbeitens auf der Spur. „Twist“ spricht unter anderen mit Designpapst Peter Zec auf der Essener Zeche Zollverein, trifft in Rotterdam Joep van Lieshoet, Grenzgänger zwischen Architektur, Design und Kunst, der seit zwei Jahrzehnten mit seinen skulpturalen Wohnzellen und Modulen jeder Krise voraus ist und lernt die Kölner Illustratorin Anja Noack kennen, die sich für ein XXS-Leben im Tiny Haus entschieden hat. Wie gemeinschaftliches Leben und Arbeiten auf dem Land funktioniert, zeigt das „Coconat“ im Brandenburgischen, und warum auch der Stadtrand Chancen bietet, erzählt Romy Strassenburg, die sich in einem Co-Working-Space in einem sozialen Brennpunkt in Paris eingemietet hat.

Und „Twist“ begleitet den preisgekrönten Fotografen Goncalo Fonseca, der die Not der Menschen in Lissabon dokumentiert, die in Folge von Immobilienspekulation und Gentrifizierung Arbeit und Wohnung verloren haben. Ein aktueller Fall für die Insta-Analytiker: die in Paris lebende Möbel- Designerin Michèle Lamy.

Redaktion: Susanne Kampmann
Head-Autorin: Katja Lüber

Verfügbar ab dem 05.03.2021 bis 04.03.2021 in der ARTE Mediathek

 

TWIST – Die Kunst des Scheiterns (07.02.2021)

Der Schriftsteller und Philosoph Charles Pépin kennt sich aus mit „Der Kunst des Scheiterns“. Er erzählt uns, wie wichtig die Erfahrung des Scheiterns für jeden von uns ist. Wir treffen Tamás Szalay, den Leiter des Magdeburger Bewerbungsbüros für die Kulturhauptstadt 2025, gerade verloren gegen Chemnitz, setzen er und sein Team auf „Weitermachen“ und Kultur stärken.

Chemnitz hat es geschafft und sich den begehrten Titel der Kulturhauptstadt 2025 gesichert. Zurück bleiben sechs Verliererstädte, unter anderem Magdeburg. Die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt hat von Anfang an mit dem Slogan „Weitermachen“ geworben. Und so ist „TWIST“ losgezogen, um zu erfahren, was sich dahinter verbirgt.

Das Magazin trifft Tamás Szalay, den Leiter des Bewerbungsbüros für die Kulturhauptstadt 2025, er zeigt besondere Orte in Magdeburg. Zum Beispiel den Dom, der für ihn Symbol für die Überlebenskraft der Stadt ist. Obwohl im Zweiten Weltkrieg von Bomben schwer getroffen, wurde er 1955 wiedereröffnet. „TWIST“ besucht den Stadtteil Buckau, hier stehen viele Industriekombinate, die die Wende nicht überlebt haben und jetzt von Künstlerinnen und Künstlern zu neuem Leben erweckt werden, wie von der Malerin Sari Prietro.

„TWIST“ besucht in Paris den Philosophen und Schriftsteller Charles Pépin, der sich mit der Kunst des Scheiterns auseinandersetzt. Von ihm stammt das Buch „Die Schönheit des Scheiterns“. Vor vier Jahren hat der Psychologe Samuel West das „Museum of Failure“ gegründet, das von Schweden aus Exponate in alle Welt schickt. Aktuell sind Objekte der Sammlung in einer Ausstellung in Saint Etienne zu sehen: „Flops“ halt eben.

Redaktion: Barbara Brückner
Head-Autorin: Claudia Kuhland

Verfügbar ab dem 15.01.2021 bis 16.04.2021 in der ARTE Mediathek 


 

TWIST – Der Wald, ein Ort des Friedens oder der Revolution? (17.01.2021)

„Twist“ entführt Sie in den Wald: Der britische Bildhauer Tony Cragg zeigt uns seinen Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal. Wir gehen mit dem Fotografen Andreas Magdanz in den Hambacher Forst und besuchen das Videokünstler-Duo Broersen & Lukács in Amsterdam und treffen den Pianisten Martin Kohlstedt in Weimar.

Er ist ein Sehnsuchtsort für zivilisationsmüde Städter: Der Wald. Aber er ist viel mehr als Natur pur. Er ist immer auch Symbol – für romantische Naturverbundenheit und Zivilisationskritik, für nationale Identität und Umweltkrise sowie für die Ausbeutung der Ressourcen. „TWIST“ geht mit Kreativen in den Wald und fragt, was er für sie bedeutet. Dabei ist der Übergang fließend: zwischen friedlichem Waldgenuss und revolutionärem Widerstand.

„TWIST“ besucht den Bildhauer Tony Cragg, der in Wuppertal den Skulpturenpark Waldfrieden gegründet hat. Mit dem Fotografen Andreas Magdanz besucht „TWIST“ den Hambacher Forst, der ein Symbol für den Widerstand gegen die Ausbeutung der Natur geworden ist. Außerdem schaut „TWIST“ der französischen Künstlerin Eva Jospin in ihrem Atelier dabei zu, wie sie aus Pappe einen Wald schnitzt – mystisch, düster und tief; hört den Klängen des Pianisten Martin Kohlstedt zu, der sich für sein neuestes Album „Flur“ von einem Waldbild des Malers David Schnell inspirieren ließ und redet mit dem Amsterdamer Künstlerduo Broersen & Lukács über ihre Videoinstallationen, in denen sie Waldszenen aus Hollywoodfilmen aufgreifen.

Redaktion: Regina Rohde
Head-Autorin: Cordula Echterhoff

Verfügbar ab dem 15.01.2021 bis 16.04.2021 in der ARTE Mediathek 


 

TWIST – Resist! Kreative für eine bessere Welt (13.12.2020)

500 Jahre Kolonialzeit sind auch 500 Jahre Widerstand dagegen. Das beleuchtet die Ausstellung „Resist! Die Kunst des Widerstands“ im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum. Wegen der aktuellen Corona-Lage wird sich die Eröffnung der für November geplanten Schau verzögern, „Twist“ durfte aber schon einen Blick wagen und sprach unter anderem mit der Direktorin des Museums, Nanette Snoep.

500 Jahre Kolonialzeit, das bedeutete für viele Länder Schrecken und Gewalt, die bis heute nachwirken. Viele Künstlerinnen und Künstler haben sich widerständig und kritisch mit der Zeit der Kolonialherrschaft auseinandergesetzt.

Die Ausstellung „Resist! Kunst des Widerstands“ im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum ist eine Verbeugung gegenüber den Menschen, die auf unterschiedlichste Weise rebelliert haben und deren Geschichten kaum einer kennt. „Resist!“ zeigt unter anderen Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Die Singh Twins, britische Ladies mit indischen Wurzeln, haben ein Triptychon entworfen, es stellt das Massaker von Amritsar dar. Hier haben vor 101 Jahren britische Kolonialherren friedliche indische Demonstranten getötet. Moderatorin Bianca Hauda bekommt von Direktorin Nanette Snoep eine exklusive Museums-Führung, denn die geplante Eröffnung musste wegen der Corona-Pandemie ins nächste Jahr verschoben werden.

Außerdem trifft die Pariser „TWIST“-Reporterin Romy Straßenburg in Marseille den marokkanischen Künstler Mohammed Laoulie, der sich seit Jahren kritisch mit Migration und Kolonialherrschaft beschäftigt, mit Fotos, Videos und Aktionen im öffentlichen Raum. In Marseille stammen viele Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien.

Redaktion: Barbara Brückner
Head-Autorin: Claudia Kuhland

Verfügbar ab dem 11.12.2020 bis 12.03.2021 in der ARTE Mediathek.

 

TWIST – Die Krise und das Glück (22.11.2020)

Wie man das Glück trotz Krise finden kann, erkunden wir auf der Raketenstation Hombroich in Neuss; sie gehört zur Museum Insel Hombroich. Wir erleben eine Teezeremonie in einem Baumhaus von Fujimori, sprechen mit einer Glücks-Philosophin, besuchen ein immersives Theaterstück in Köln und treffen den VR-Künstler Jakob Kudsk Steensen in der Camargue.

Was, wenn um einen herum die Welt in Aufruhr ist, die Krise tobt und das Leben alles andere als normal ist? Auf der Raketenstation Hombroich in Neuss schaut „TWIST“, wie man der Krise begegnen und das Glück vielleicht ja trotzdem finden kann. Die Raketenstation ist ein Ort, wo es liegen könnte. Bis 1990 belgischer Militärstützpunkt, ist sie heute ein einzigartiger Rückzugsraum für Künstler, wo sie leben und arbeiten können. Hier ist gerade eine Ausstellung über den japanischen Architekten Tenurobu Fujimori zu sehen, für die er extra ein kleines Teehaus auf Stelzen gebaut hat. Bianca Hauda nimmt dort an einer Teezeremonie teil, schaut dabei auf die Welt – aus dem Teehausfenster, leicht unter dem Blick der Götter, aber über den Menschen schwebend. Und sie spricht mit der Philosophin Olivia Mitscherlich-Schönherr über das Glück im Ausnahmezustand.

Außerdem trifft die Pariser „TWIST“-Reporterin Romy Straßenburg die Akrobatin Chloé Moglia digital. Sie sprechen über ihre spezielle „Hänge“-Kunst, die geprägt ist von Ruhe und Konzentration. „TWIST“ besucht außerdem die immersive Theater-Performance „Die Walküre“ im Schauspiel Köln und trifft den dänischen Künstler Jakob Kudsk Steensen in der Camargue, er sucht dort nach Naturphänomenen und Lebensrhythmen.

Redaktion: Regina Rohde
Head-Autorin: Cordula Echterhoff

Verfügbar ab dem 20.11.2020 bis 19.02.2021 in der ARTE Mediathek.


 

TWIST – Berlin: Exilanten zwischen Engagement und Heimweh (23.10.2020)

Wie erleben Kulturschaffende das Exil, wie kreativ gehen sie mit Heimatverlust um? In Berlin, wo derzeit die Pläne für ein Exilmuseum voranschreiten, spürt „Twist“ mit dem türkischen Journalisten Can Dündar und der belarussischen Sängerin Veranika Kruhlova den Untiefen des Exils nach.

Das Leben im Exil hat für Kulturschaffende viele Facetten. Wie gehen sie kreativ mit dem Heimatverlust um? In Berlin, wo derzeit die Pläne für ein Exilmuseum Gestalt annehmen, geht TWIST der Frage nach den Untiefen des Exils nach. In der NS-Zeit zentraler Ort der Vertreibung, ist Berlin heute Schmelztiegel der Exilanten aus aller Welt. Hier trifft Romy Straßenburg Kulturschaffende, wie den seit 2016 in Berlin lebenden türkischen Journalisten und Kolumnisten Can Dündar oder die belarusische Sängerin Veranika Kruhlova, die sich von Berlin aus für Freiheit und Demokratie in ihrer Heimat engagiert und regelmäßig auf Demos singt. Die dänische Architektin Dorte Mandrup, die den Siegerentwurf für das neue Exilmuseum am Anhalter Bahnhof vorgelegt hat erklärt, welche Rolle die Architektur bei der Auseinandersetzung mit dem Thema spielt. Die Analytiker bei Instagram legen den chinesischen Dissidenten und Kunststar Ai WeiWei auf die Coach. Außerdem stellt TWIST Jim Raketes Dokumentarfilm „Now“ über die weltweite Klimabewegung vor und spricht mit dem Kriegsfotografen Dominic Nahr über sein Projekt „Ich lebe“ mit Portraits von Menschen, die die Kriege der letzten 100 Jahre überlebt haben.

Redaktion: Susanne Kampmann
Head-Autorin: Claudia Kuhland

Verfügbar ab dem 23.10.2020 bis 22.01.2021 in der ARTE Mediathek.


 

TWIST – Kultur-Tourismus statt Disneyfizierung (27.09.2020)

Jede Woche gehen die Moderatorinnen Bianca Hauda und Romy Straßenburg in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben. Diesmal: Wie die Coronakrise Amsterdam eine Auszeit ohne Party-Touristen bescherte – ein Moment zum Umdenken. Tourismus soll nun nachhaltiger werden und mehr Kulturinteressierte anlocken.

Party-Touristen und lärmende Horden machten aus Amsterdam ein Disneyland an der Gracht, jedenfalls bis zur Corona Krise, die dann alles auf null gesetzt hat. Es kehrte Stille ein, ein Moment zum Umdenken: Nachhaltiger Tourismus soll nun mehr Kulturinteressierte anlocken. TWIST reist nach Amsterdam trifft Rein Wolfs, den Leiter des Stedelijk Museums und besucht das Fringe Festival.
Doch eines zeigt sich jetzt auch: Ohne Tourismus kann Amsterdam auch nicht überleben. Nicht nur Hotels und Restaurants sind betroffen, sondern auch die Kultur. Museen können nur existieren, wenn auch die Touristen kommen. Seit längerem schon beraten Stadt und Anwohner darüber, wie man den Massen-Tourismus verändern könnte.

Außerdem treffen wir die Tänzerin Teresa Vittucci in Berlin. Schon mit sechs Jahren war ihr klar: sie würde Ballerina werden. Und ihre Leidenschaft war stärker als alle Widerstände. Stärker als die vielen Ballettlehrer, die ihr sagten, sie sei viel zu dick. Teresa Vittucci begeistert mit ihren Performances Publikum und Kritik. Und wir begleiten den französischen Künstler Benedetto Bufalino zu seinen Public Art-Objekten in Paris: Aus einem Auto wird mal ein Whirlpool, mal eine Tischtennis-Platte, mal ein Grill. Wir berichten über die sehenswerte Doku: Martin Margiela – Mythos der Mode und widmen uns in der Rubrik Psychogramm auf Instagram der Soul-Sängerin Erykah Badu.

Redaktion: Regina Rohde
Head-Autorin: Cordula Echterhoff

Verfügbar ab dem 25.09.2020 bis 25.12.2020 in der ARTE Mediathek.